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Penny wagt wahre Preise: Pflanzlich ginge günstiger, meint ProVeg

Penny wagt wahre Preise: Pflanzlich ginge günstiger, meint ProVeg Penny wagt wahre Preise: Pflanzlich ginge günstiger, meint ProVeg
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Penny wagt wahre Preise: Pflanzlich ginge günstiger, meint ProVeg

Die Supermarktkette Penny hat mit einer Kampagnenwoche die Diskussion über die „wahren Preise“ von Nahrungsmitteln neu entfacht. ProVeg hält die Kampagne für informativ, spricht sich aber angesichts der aktuellen Belastungen der Verbrauchenden für einen anderen Ansatz aus.

Ein wissenschaftliches Team der Technischen Hochschule Nürnberg und der Universität Greifswald hat für Penny errechnet, wie hoch die Preise von neun Eigenmarken-Produkten der Supermarktkette wären, wenn die Auswirkungen auf Boden, Klima, Wasser und Gesundheit berücksichtigt würden. Die angepassten Preise gelten bis einschließlich Samstag an den Kassen aller 2.150 Penny-Filialen in Deutschland.

„Wahre Preise sind ein wichtiges Mittel zur Aufklärung der Verbrauchenden. Nur wer die wirklichen Kosten von Waren kennt, kann gut informierte und selbstbestimmte Entscheidungen treffen“, erklärt Matthias Rohra, Geschäftsführer von ProVeg Deutschland, zur Kampagne.
Wahrer Preis beziffert Umweltfreundlichkeit pflanzlicher Alternativen

Laut wissenschaftlichem Konsens zählt Ernährung zu den wichtigsten Stellschrauben im Klimaschutz. Selbst wenn wir keine fossilen Brennstoffe mehr verbrennen würden, könnten wir das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens nur erreichen, indem wir unsere Ernährung klimafreundlicher gestalten.1 Umso wichtiger sind zeitnahe Lösungen.

Mehr als die Hälfte der ernährungsbedingten Treibhausgas-Emissionen entstehen bei der Produktion tierischer Lebensmittel.2 3 Dies spiegelt sich auch in den Umweltaufschlägen der tierischen Fleisch- und Wurstwaren von Penny wider, die im Kampagnenzeitraum 88 Prozent (konventionell) und 63 Prozent (Bio) gegenüber 5 Prozent (vegan) betragen.

„Ob prozentual oder absolut, der Preis der Fleischalternative steigt von allen Produkten der Kampagne am wenigsten“, stellt Rohra fest. „Pflanzliche Nahrungsmittel verursachen die geringsten Mehrkosten für die Gesellschaft und haben eine besonders positive Umweltbilanz.“

Die gute Wahl zur günstigen Wahl machen

ProVeg setzt deshalb auf praktische Unterstützung der Verbrauchenden. Die Ernährungsorganisation verfolgt dabei das Prinzip: Die gute Wahl zur leichten Wahl machen – mithilfe positiver Bestärkung.

Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte bilden die Grundlage einer klimafreundlichen Ernährung. Pflanzliche Alternativprodukte spielen bei der Ernährungswende eine zentrale Rolle, weil sie bestehende Gewohnheiten berücksichtigen.

„ProVeg fordert mit der Kampagne ‚0 % fürs Klima‘ eine dauerhafte Mehrwertsteuerbefreiung für pflanzliche Lebensmittel einschließlich pflanzlicher Alternativprodukte“, unterstreicht Rohra, denn: „Die günstige Wahl ist die leichte Wahl.“

ProVeg hat die Kampagne ‚0 % fürs Klima‘ im November 2022 unter dem Eindruck der höchsten Teuerung seit 1951 gestartet.4 Inzwischen ist die Inflation gesunken, aber heute wie damals gilt: Für eine dauerhafte gesunde Ernährungsumstellung in der breiten Gesellschaft braucht es geeignete Anreize, die jetzt wirken.

Und es geht noch nachhaltiger

Mehreinnahmen aus der Kampagnenwoche will Penny dem Projekt Zukunftsbauer spenden. Das Projekt fördert die energetische Optimierung von genossenschaftlichen Molkereibetrieben. Virginia Cecchini Kuskow, Projektmanagerin für Food and Retail Industry bei ProVeg, hat einen weiteren Vorschlag für die Supermarktkette: „Wenn die Kampagne wirklich nachhaltig wirken soll, warum nicht ein Projekt für die pflanzenbetonte Verpflegung in Schulen oder Mensen fördern?“

proveg.com